Vornamen im Wandel der Zeit
Namen - ihre Verwendung im Laufe der Zeit
Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich die gebräuchlichen Namen ständig. Bis Anfang des 12. Jahrhunderts waren die Namen hauptsächlich germanischen Ursprungs.
Häufige Vornamen vom 8. bis 12. Jahrhundert in Deutschland
- Adalbert
- Chuonrat (Konrat)
- Dieto, Dietrich, Dietbert, Diemar
- Eberhart, Ekkehart
- Enklibert, Erhart, Ernust
- Heinrich
- Friderich, Fridehelm
- Heriman (Hermann), Herimuot
- Rudolf, Ruodpert,(Ruprecht)
- Adelheid
- Mahtild, Mechthilt
- Irmingart (Irmgart)
- Berahta, Bertradea (Berta)
- Demuot, Diemuot
- Edellint, Emma, Englitrud
- Gisalhilt, Gisele, Gerthrud
- Hathewig (Hedwig), Hadaburg, Heilwic
Ausgelöst durch die Reformation wurden im 16. Jahrhundert bei der evangelischen Bevölkerung die Heiligen-Namen abgelöst. Dadurch, dass Martin Luther die Bibel übersetzt hatte, war der Zugang zur Heiligen Schrift leichter.
Häufige Vornamen im 14. Jahrhundert in Deutschland
- Johann(es), Hans
- Heinrich
- Konrad
- Nikolaus, Peter, Petrus
- Dietrich, Wilhelm
- Jakob, Paul
- Hermann, Gerhard
- Albert, Albrecht
- Ludwig
- Elisabeth, Elsbeth, Else
- Margarethe, Greta
- Anna, Kathrina
- Adelheid, Luckard, Liutgard
- Mathilde, Mechthild, Mette
- Kunigunde, Kunne
- Agnes, Ursula
- Bertha, Bertrad, Gertrud, Gertraud
- Hille, Hilde, Hildegund
Es wurden biblische Namen des Alten und Neuen Testaments bevorzugt. Im 16./17. Jahrhundert waren zwei Taufpaten die Regel, dadurch bekam ein Kind zwei Namen. In katholischen Gegenden kamen dazu noch der Name des Heiligen des Geburts- oder Tauftages, nach dem Heiligen-Kalender. Es wurde dadurch mit der Zeit recht eintönig bei den gebräuchlichen Namen.

Häufige Vornamen vom 17. bis 18. Jahrhundert in Deutschland
- Johannes, Hannes
- Conrad
- Claus, Nikolaus
- Peter, Georg, Caspar
- Christian, Christoph, Jakob
- Heinrich (Henrich), Friedrich
- Balthasar, Daniel, David, Philipp
- Eberhard, Wilhlem, Ludwig
- Michael, Martin, Franz, Anton
Im 18. Jahrhundert wurde es Sitte, immer mehr Paten zu haben. Aus Geltungssucht wurden auch mehr als sechs Paten mit all ihren Titeln eingetragen. Es sollte dem Nachwuchs mehr Ansehen geben. Allerdings führte es zu recht langen Namenslitaneien.
Aber immer wieder gab es Zeiten, in denen die alten germanischen Vornamen bevorzugt wurden, oder Namen in anderen Sprachen in Mode kamen. Oft beeinflusste die Mode oder die Politik, auch bevorzugte Literatur, die Popularität der Namen.
So führten Schillers "Räuber" und die Ritterromane mit der Vorliebe zum Mittelalter im 19. Jahrhundert wieder zu einem häufigen Gebrauch von alten deutschen Namen wie Berthold, Bertha, Kunigunde.
Häufige Vornamen des 19. Jahrhundert in Deutschland
- Johannes, Hans
- Karl
- Friedrich, Fritz
- Wilhelm, Willi
- Walther
- Otto, Ernst
- Hermann, Heinrich
- Kurt, Konrad
- Paul
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