Bedeutungsvielfalt von Nachnamen / Familienamen
Zu der Zeit, als unsere heutigen Nachnamen / Familiennamen entstanden, ließ sich ihre Bedeutung eindeutig erschließen. Warum ein bestimmter Nachname für eine Person gewählt wurde hatte eine konkrete Ursache, denn der Nachname sollte schließlich zur betreffenden Person passen. Im Zweifelsfall ließ sich damals eine Bedeutung einfach erfragen. Heute ist das mit der Bedeutungs-Deutung weitaus schwieriger. Die Ursache für einen bestimmten Nachnamen lässt sich heute in vielen Fällen nur nach eingehender Forschung herausfinden. Die Menschen, die damals an der Namensvergebung beteiligt waren, können wir freilich heute nicht mehr fragen.
Das Problem mit historisch korrekten Deutung von Nachnamen
Was erschwert aus unserer heutigen Sicht, die Deutung von Nachnamen? Die Ursachen für unsere heutigen Deutungsschwierigkeiten liegen größtenteils in diesen Bereichen begründet:
- Wörter / Nachnamen werden in ihrer Schreibweise geändert. Es geschieht mit sehr vielen Nachnamen, dass sich ihre Schreibweise in den letzten Jahrhunderten ändert. Oftmals haben solche Veränderungen als Ursache, dass der Name so in seiner neuen Schreibweise vereinfacht werden soll. Doppel-Buchstaben werden beispielsweise durch die Schreibung von nur noch einem Buchstaben ersetzt – z.B. „Hopp“ zu „Hop“. Daneben gibt es aber auch noch eine Vielzahl anderer Gründe, die zu veränderten Schreibweisen von Nachnamen in der Vergangenheit geführt haben können.
- Ein und das selbe Wort lassen mehrere und unterschiedliche Bedeutungen zu. Ein Nachname, der z.B. vom Wort her zu einem Tier passt, z.B. „Hund“, kann sich entgegen dieser Bedeutung auf „Hauptmann, Ortsvorsteher“ beziehen, da solch einer oftmals den Rufnamen „Hunto“ erhielt. In dem einen, erstgenannten Fall, wäre also „Hund“ von seiner Herkunft her ein Übername, der sich auf eine persönliche Eigenschaft des Namensträgers bezieht. Im anderen Fall ist es die Berufsbezeichnung des einstigen Namensträgers, die ihm diesen Nachnamen verleiht.
Hilfestellung für die Deutung von Nachnamen
Helfen können Sie sich in Zweifelsfällen beispielsweise durch die folgenden Methoden:
- Die historische Schreibweise Erforschen Sie die historische Schreibweise des zu untersuchenden Familiennamens. In einigen Fällen kann man bei dieser Art von Forschung Glück haben, dass sich, z.B. anhand eines Familienstammbaumes oder historischer Urkunden, der historische Schreibweise ausreichend genau verfolgen lässt.
- Der Herkunftsraum Rückverfolgen Sie, aus welchem geographischen Teil die Familie mit dem gesuchten Familiennamen stammt. Aufgrund dessen und dem Wissen um die dortige lokale Kultur- und Sprachgeschichte, lassen sich sehr genaue Deutungs-Varianten zum Familiennamen erstellen.
Verschiedene Dialekte geben ein und dem selben Gegenstand oftmals einen anderen Namen. „Kohl“ beispielsweise wurde in einigen Gegenden „Kabes“ genannt. Einer aus dieser Gegend stammenden Familie mit dem Namen „Kohl“, wird als Bedeutung für ihren Familiennamen dann vermutlich eine andere Ursache zu Grunde liegen. Vielleicht bezieht sich der Nachname „Kohl“ dann vielmehr auf den „Köhler“, also demjenigen Beruf, der für die Herstellung von (Holz-)Kohle verantwortlich war. Auch wenn Sie vielleicht keinen Zweifel an der Bedeutung Ihres Nachnamens haben, kann eine Erforschung seiner historischen Geschichte, Ihnen vielleicht doch noch die ein oder andere neue Erkenntnis oder gar Überraschung bieten.
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Kommentare
Herkunft Name "Buke"
Sehr geehrte Redaktion,
ich habe Informationen über die Herkunft des Nachnamens "Bubke". Ich hoffe Sie können diese Informationen auf ihrer Homepage sinnvoll unterbringen können.
Im jetzigen Landkreis Salzwedel war und ist der Name Bubke verhältnismäßig häufig. In Apenburg, dem Stammsitz der Familie von der Schulenburg, wird ein gewisser Leberecht Bubke als Häusler und Handelsmann im 15. Jahrhundert erwähnt. Ein Ackermann Heinrich Bubke in Chüttlitz wurde um 1480 geboren. Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der hintere ist wahrscheinlich eine verkürzte Form von Beke (= Bach) beim vorderen handelt es sich um ein Wort, das mit B beginnt, es könnte sich dabei zum Beispiel um Buche, Bur (= Bauer) oder Burg handeln. Beide Teile zusammengefasst lassen sich nur schwierig aussprechen, daher wurden sie, wie viele ähnliche Beispiele zeigen, in diesem Fall zu Bubke verschliffen. Die Ableitung aus dem slawischen, zum Beispiel entsprechen Bubka (= Gespenst), erscheint dagegen als unwahrscheinlich. Eine Ableitung als "kleiner Bube" ist völlig abwegig, weil Bube ein süddeutsches Wort aber "ke" eine norddeutsche Verkleinerungsform ist.
Mit freundlichen Grüßen
Otto Bubke
Antwort auf einen Kommentar
Wenn ein Teil eines Namens norddeutscher, der andere süddeutscher Herkunft ist, kann es doch sicher auch durch Völkerwanderungen und Eroberungskriege entstanden sein, dass dadurch neue Namensverbindungen entstehen? Meiner Meinung nach ist es möglich, denn regionale und nationale Völkerverbindungen ab es schon immer