Bedeutung des Nachnamen Bee

Wie ist der Nachname in Deutschland verteilt?

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Die meisten Bees findet man in/ im Landkreis Paderborn (NW), nämlich genau 87 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Kreisfreie Stadt Berlin, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

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Luzenbergerin
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Bedeutung des Nachnamen Bee

Hallo zusammen,

ich bin seit vielen Jahren auf der Suche nach der Bedeutung des Nachnamens "Bee". Eine Erklärung, die ich einmal von professioneller Seite bekam, halte ich für ziemlich unwahrscheinlich und unplausibel. Ich wäre daher sehr dankbar, wenn mir jemand diesbezüglich weiterhelfen könnte. Mir ist jedoch auch klar, dass eine Deutung angesichts der Kürze nicht ganz einfach sein dürfte. Dennoch: Herzlichen Dank dem- oder derjenigen, der etw. zu Bedeutung und möglicherweise auch Herkunft sagen kann.

Vielen Dank, M. B.

Steven
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von der Biene

Hallo,

der Nachname Bee geht sehr wahrscheinlich zurück auf das mittelniederdeutsche Wort „been“ – für die „Biene“ und er entstand somit durch eine Verkürzung des zugrunde liegenden Begriffs. Im Englischen hat sich noch heute „Bee“ für „Biene“ erhalten. In diesem Kontext ist sehr auffällig, dass die Namen „Bee“ und „Biene“ in Deutschland sehr ähnlich verteilt sind, wobei der Name Biene stärker verteilt ist. Letztgenanntes stellt es starkes Indiz dafür da, dass Bee aus dem vermutlich älteren Namen Biene entstanden ist.

Damit haben wir es mit einem Berufsübernamen zu tun und die Bedeutung kann hier => http://www.bedeutung-von-namen.de/comment/468#comment-468 (siehe Ableitung zu „Biene“) nachgelesen werden.

Wie lautete die Deutung von der professionell Seite?

Viele Grüße
Steven

Luzenbergerin
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Hallo Steven,

Hallo Steven,

herzlichen Dank für die schnelle und auch plausible Auskunft.

Ich habe bereits ähnliche Gedanken angestellt, nachdem ich bei einer Recherche herausgefunden habe, dass im englischen Sprachraum (in England kommt der Name in identischer Schreibweise relativ häufig vor), die Überzeugung herrscht, dass der Name auf den Beruf des Beekeepers zurückzuführen ist. Da sowohl Englisch als auch Niederdeutsch auf Altniederdeutsch bzw. Altsächsisch zurückzuführen ist, lag die Analogie nah. Zudem bin ich aufgrund der Schreibweise (Doppel-E, statt etwa "(B)eh", das ja im Niederdeutschen sehr viel häufiger als im Hoch- oder Oberdeutschen anzutreffen ist) und der starken Präsenz des Namens in Ostwestfalen (Raum Paderborn und vor allem Lippspringe) von einer niederdeutschen Herkunft ausgegangen. Die Präsenz im zweiten lokalen Schwerpunkt in Mittelschwaben (Um Dillingen und entlang der Donau) ist nach meiner Kenntnis erst ab der zweiten Hälfte des 17. Jh. nachweisbar und - meiner Vermutung nach - auf Einwanderung aus dem Norden zurückzuführen. Zum anderen findet sich auf der Rückseite des Familienwappens folgende Inschrift: "Über den genealogischen Quellennachweis des GM und Bayerischen Staatsarchives besteht die Eintragung eines aus Holland eingewanderten Bürgers namens Bee (Vorname unbekannt) in das vormals "Paul Fürsts Wappensammlung" aus dem Jahre 1496." (Anm.: Jahreszahl ist etwas seltsam) sowie eine weitere, folgende Inschrift auf einem alten Bierkrug: "Dieser Name datiert laut Wappenkunde aus Amsterdamm in Niederlande allwo anno 1408 der Erste dieses Geschlechts Schiffskapitän war und sich von dort aus nach Österreich und in Bayern verzweigt hat.". Auch diese beiden Inschriften sprechen zumindest nicht gegen eine niederdeutsche Herkunft (Obwohl der Name in den Niederlanden heutzutage faktisch nicht mehr anzutreffen ist).

Professionell hätte ich vielleicht besser in Anführungszeichen gesetzt. Vor vielen Jahren gab es auf einer Messe einen Stand, auf dem man sich über die Bedeutung seiner Namen (auch Vorname) aufklären lassen konnte. Dort meinten sie (nach Abfrage einer Datenbank), dass der durch Verkürzung aus dem Beruf des Bäckers (Bäck, Beck) entstanden sei. Halte ich für sehr unwahrscheinlich, da die Betonung bei "Beck" auf einem kurzen Konsonanten, bei "Bee" hingegen auf einem langen Vokal liegt. Für einen derartigen Lautwechsel kann ich einfach keine logische Erklärung erkennen. Aber vielleicht können Sie, Steven, eine solche Erklärung finden?

Eine Frage hätte ich noch. Ich tippe eher auf eine lokale Entstehung, da der Name östlich der ehemaligen innerdeutschen Grenze nicht anzutreffen ist (auch nicht in östlich der Oder), obwohl nahezu der Großteil dieser Gebiete zum ehemaligen niederdeutschen Sprachraum zu zählen ist. In den alten BL hingegen gibt es einige lokale Schwerpunkte sowohl im ehemaligen niederdeutschen Sprachraum, als auch im Oberdeutschen. Handelte es sich um einen typischen Berufsübernamen in einer besonderen sprachregionalen Ausprägung (wie etwa Schmitt im Rheinischen bzw. Mitteldeutschen), dann müsste doch der Name etwa in Mecklenburg oder Brandenburg ebenfalls auftauchen. In Ihrem Beitrag vom 29.06.2012 leiten Sie den Namen "Biene" vom mittelhochdeutschen Wort "bin" ab. Würde dies nicht eher dafür sprechen, dass es sich um zwei zwar aus dem (möglicherweise) gleichen Beruf entstandenen, gleichwohl unabhängig voneinander sich entwickelten Namen handelt, bzw. dass der Name "Bee" (ungeachtet der geografischen Verteilung) gerade nicht "aus dem vermutlich älteren Namen Biene" entstanden ist? (Zudem Biene als neuhochdeutsches Wort noch immer in Gebrauch ist, was zumindest ein Indiz für eine jüngeren Ursprung sein könnte?) Würde mich sehr freuen, wenn Sie die Zeit fänden und nochmals Stellung nehmen würden.

Vielen Dank nochmals und herzliche Grüße, M.B.

Steven
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Korrektur

Hallo,

vielen Dank für die interessante Darstellung ihrer Recherchen. Und danke dafür, dass sie nocheinmal nachgehakt haben, denn dadurch habe ich feststellen müssen, dass ich in meiner obigen ersten Antwort etwas schludrig war:

Ich schrieb dort, dass der Name Biene wenn auch ähnlich, doch aber stärker vertreten ist in Deutschland als der Name Bee. Da habe ich mich verschrieben, denn nicht auf Biene trift dies zu, sondern auf den Namen „Bien“. Von daher tippe ich auf eine engere Beziehung zwischen diesen beiden Namen und da Bee weitaus weniger vertreten ist, dass dieser der jüngere von beiden ist. Das Biene in diesen Zusamenhang gar nicht passt, weil neuhochdeutsch und damit sehr viel jüngeren Alters, darin haben sie natürlich vollkommen recht.

Für die Biene wurde im Mittelniederdeutschen ja „bēne, bīne, bēn“ geschrieben – also entweder mit einem lang gezogenen „i-“ oder „e-“ Laut. Möglicherweise wurde das „n“ am Ende dann irgendwann einfach „verschluckt“ und somit zu Bee verkürzt niedergeschrieben.

Viele Grüße
Steven

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