Bedeutung der Nachnamen Kerschner und Gansch

Wie ist der Nachname in Deutschland verteilt?

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Absolute Verteilung - Geogen © Christoph Stöpel:

Die meisten Kerschners findet man in/ im Landkreis München (BY), nämlich genau 10 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Ilm-Kreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Kirschners findet man in/ im Kreisfreie Stadt München (BY), nämlich genau 117 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Hohenlohekreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Kürschners findet man in/ im Landkreis Schmalkalden-Meiningen (TH), nämlich genau 41 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Altmarkkreis Salzwedel, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Ganschs findet man in/ im Kreisfreie Stadt Berlin (BE), nämlich genau 2 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Kreisfreie Stadt Düsseldorf, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Gans' findet man in/ im Landkreis Gießen (HE), nämlich genau 37 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Altmarkkreis Salzwedel, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

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Gast
Bedeutung der Nachnamen Kerschner und Gansch

Hallo

Ich würde gerne die Bedeutung und Ursprung der Namen Kerschner und Gansch erfahren. Wir sind im südlichen Niederösterreich zuhause wo diese Namen sehr verbreitet sind.

Speziell im Pielachtal kann ich beide in direkter Linie bis zu den Anfängen der Taufbücher um 1640 zurückverfolgen.

Die Schreibweise ändert sich bei Kerschner auf Kerstner und Kersher und bei Gansch auf Gantsch und Gäntsch. Ausgesprochen wurde Gansch bis um 1900 angeblich Gautsch oder Geitsch.

Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen?
Danke!!

Steven
Bild des Benutzers Steven
Moderator
Beigetreten: 01.03.2012 - 22:54
Beiträge: 929
Kerschner und Gansch

Hallo,

weiterhelfen können wir ihnen auf jeden Fall!

Für den Namen Kerschner sind mehrere Bedeutungen denkbar. Da ihre Familie, wie sie schreiben, aus dem südlichen Österreich kommt, scheint mir die die Ableitung zum bairischen Wort „kersche“ für die Kirsche am naheliegensten; die Namen Kerschl, Kersch, Kirsch, Kerscher leiten sich ebenso davon ab. Damit haben wir es bei Kerschner mit einem Berufsübernamen zu tun, der Kirschen entweder anbaute oder / und verkaufte. Bei der Endung „-ner“ im Namen handelt es sich um ein Suffix, dass gerne für Nachnamen verwendet wurde, die sich von einer Tätigkeiten, einen Beruf ableiteten.

Für den Namen Kerschner sind aber allgemein noch die folgenden Bedeutungen bezeugt:

  • Kerschner kann als Herkunftsname auf den Ortsnamen Kersch, einem Ortsteil der Ortsgemeinde Ralingen im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz zurückgehen. Das bereits oben Suffix „-ner“ wurde auch für Nachnamen verwendet, die sich auf den Herkunftsort oder die besondere Wohnstätte des ersten Namenträger verweisen => Kersch+ner = die Person aus dem Ort Kersch stammend. Diese Bedeutung ist insbesondere dann naheliegend, wenn die jeweilige Familie Kerschner aus dem näheren Umkreis zum Ort Kersch stammte oder dort sogar noch wohnt.
  • Durch ein Veränderung in der Aussprache des Namens, kann Kerschner auch aus Kirschner entstanden sein, der wiederum auf den Namen Kürschner verweist. Der Kürschner war ein Berufsname, der auf einen Handwerker verwies, der Pelzkleidung aus edlen Fellen wie Zobel, Hermelin, Biber, Marder und Luchs herstellte.

Der Nachname Gansch führt uns ebenfalls in den Süden, speziellnach Baden-Würtemberg und Bayern, denn dort sagt man noch heute in einigen Gegenden Gansch zur Gans. Für diesen Nachnamen gibt es auch wieder mehrere Bedeutungen:

  • In den meisten Fällen handelte es sich bei dem ersten Namensträger Gansch / Gans um einen Gänsezüchter oder -händler.
  • Der gesuchte Name kann aber auch als Übername auf den Brauch der „Martinsgans“ zurückgehen: Am St. Martinstag, dem 11. November, wurde in einigen Gegenden Deutschlands eine Gans als Abgabe an die Kirsche, Lehnsherr geleistet => http://www.brauchwiki.de/Martinsgans
  • In eher selten Fällen geht der Name Gans auch auf einen Häusernamen zurück – der erste Namensträger wohnte, dann in oder in unmittelbarer Nähe zu einem Haus, dass in seinem Namen das Wort „Gans“ beinhaltete.
  • Zu guterletzt sei noch erwähnt, dass sich der gesuchte Name als Übername auch aus dem mittelniederdeutsche Wort „gans“, für „ganz, heil, gesund, unverletzt“ abgleitet haben kann. Dieser Bergriff würde sich dann auf eine Eigenheit in dem Wesen des ursprünglichen Namensträger  bezogen haben.

Viele Grüße
Steven

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