FN Fröhlen und Liszewitz

Wie ist der Nachname in Deutschland verteilt?

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Absolute Verteilung - Geogen © Christoph Stöpel:

Die meisten Fröhlens findet man in/ im Kreisfreie Stadt Leverkusen (NW), nämlich genau 18 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Kreisfreie Stadt Berlin, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.(Beachten Sie, dass Metropolen diese Lokalisierung verfälschen können)

Die meisten Liszewitzs findet man in/ im Kreisfreie Stadt Köln (NW), nämlich genau 1 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Kreisfreie Stadt Köln, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1. (Beachten Sie, dass Metropolen diese Lokalisierung verfälschen können)

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Ingo
Beigetreten: 06.06.2018 - 20:08
Beiträge: 2
FN Fröhlen und Liszewitz

Guten Tag,

zunächst einmal vielen Dank für dieses Forum und die Homepage dazu! Dank diesen wächst meine Hoffnung, meinen Familiennamen "Fröhlen" deuten zu lernen. Seinen Ursprung scheint er nach Eintragungen in Geburtsregistern in Köln und Umland zu haben, allerdings existiert der Name "Fröhle" im Badischen. Die können etwas miteinander zu tun haben (müssen es natürlich nicht). Jedoch wurde in der Familie einmal gesagt, dass es irgendeinen Bezug zum Elsass gegeben habe.Da ist Baden ja nicht weit!

Darüber hinaus interessiert mich der Familienname meiner längst verstorbenen mütterlicherseitigen Großeltern "Liszewitz". Mein Großvater wuchs bis zum Ende des ersten Weltkriegs im kleinen Ort Milewken, Kreis Marienwerder, Westpreußen (heute Milewko, Gemeinde Nowe, Woiwodschaft Kujawien-Pommern) auf. Der slawische Ursprung drängt sich natürlich auf.

Es wäre total klasse, wenn hier jemand Licht ins Dunkle bringen könnte.

Beste Grüße
Ingo

 

EDIT: Inzwischen habe ich weitere Quellen finden können. Es gab bei Benrath (Düsseldorf) ein "Gut Fröhlen" und diese möglicherweise zutreffenden Definitionsversuche aus "Benrath historisch":

Eine Deutung für Fröhlen ist die Ableitung von Fohlen (Fohlenweg, siehe Süllen = Siel. Wildpferdefang). Fröhlen meint im Oberdeutschen Fräuler= Fräueler (1288), den Zinsmann eines Frauenklosters. Eine dritte Deutung sagt, daß es um eine Gewannbezeichnung geht: fröhlen ist mundartlich = wühlen: eine Stelle, wo ehemals die Wildschweine das sumpfige Ufer des Hoxbaches durchwühlt haben.

Steven
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Moderator
Beigetreten: 01.03.2012 - 22:54
Beiträge: 940
FN Liszewitz

Hallo Ingo,

der von Ihnen gesuchte Nachname Liszewitz geht auf einen polnischen Ortsnamen zurück. Bei der Endung (Suffix) "-witz" handelt es sich typischerweise um die später eingedeutschte Form des slawischen „-owice“.
(Aus diesem Grunde finden sich meist im (zumindest heute) deutschsprachigen Raum Orte die auf "-witz" enden und in Regionen in denen ursprünglich slawische Sprachen heimisch sind Orte mit "-owice".)

Namen mit dieser Endung gehen für gewöhnlich auf Ortsnamen zurück und gleichlautende Personennamen weisen damit auf den Herkunftsort der ursprünglich so benannten Person hin. Um nun also die Bedeutung des Personennamens zu klären, müssen wir nach dem Ort suchen, der gleichlautend oder zumindest sehr ähnlich geschrieben wird (Änderungen in der Aussprache und Schreibweise von Ortsnamen bedingen, dass sie Orts- und Personennamen heute nicht mehr identisch sein müssen). Beachten müssen wir dabei, dass wir bei der Suche nicht nur nach Ortsnamen mit „–witz“ suchen dürfen, sondern auch die ursprüngliche Form „-owice“ beachten.

In Polen nun findet sich so ein Ort: Lisowice.
Eine kleine Aufzählung von Orten dieses Namens finden Sie hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lisowice

Meiner Einschätzung nach, stammt der erste Namensträger aus einem dieser Orte.

Schöne Grüße
Steven

Steven
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Moderator
Beigetreten: 01.03.2012 - 22:54
Beiträge: 940
FN Fröhlen

Ihren genannten Deutungen zu dem Nachnamen Fröhlen möchte ich noch eine weitere hinzufügen – „einfach“ zu deuten scheint er nicht, da uns leider der genaue Kontext nicht mehr bekannt ist, wie die ursprünglich so benannte Person zu diesem Nachnamen kam.

Fröhl + -en:

Aus alten deutschen Rufnamen mit dem Namenwort „Frot-„,  „Frut-“ (von althochdeutsch „frot“: klug, weise, erfahren) entstand unteranderem die Kurzform „Frohl“. Nachnamen aus dieser Kurzform wiederum entstanden durch die Erweiterung mit „-en“ oder „-en“ – also z.B. die Nachnamen Fröhlen und Fröhler. In beiden Fällen zeigten diese genannten Endungen das Verwandtschaftsverhältnis zwischen der Person, der man diesen Nachnamen gab und der, nach dem sie benannt wurde, zumeist der Vater oder ein männlicher Vormund => Fröhl + -en = Nachfahre der Person, die „Frohl“ genannt wird.

Soweit von mir dazu.

Schöne Grüße
Steven

Ingo
Beigetreten: 06.06.2018 - 20:08
Beiträge: 2
Hallo Steven,

Hallo Steven,

herzlichen Dank für diese Ausarbeitungen! Insbesondere die Funde zu Liszewitz halte ich für sehr hilfreich.

Die Hinweise zu Fröhlen finde ich einleuchtend, doch habe ich inzwischen weitere Recherchen anstellen können. Ich konnte herausfinden, dass in Benrath (heute zu Düsseldorf) ein "Gut am Fröhlen" existierte. Vermute ich richtig, dass ein Fröhlen damit eine Ortsbezeichnung sein muss?

Ein interessanter Fund bei Google Books bringt möglicherweise mehr Aufschluss. Die Ableitung von Fohlen leuchtet mir nicht unmittelbar ein, doch wäre damit ein Ort benannt - und was den Fröhler (Fräuler) betrifft, so ist damit wiederum ein Beruf bezeichnet. Würde das zu dem besagten Gutsnamen passen?

EDIT: In den alten Büchern wird "Fröhlen" häufig für "Fräulein" benutzt. Ich vermute, dass dies auch schlicht die Lösung sein kann.

Steven
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Moderator
Beigetreten: 01.03.2012 - 22:54
Beiträge: 940
Hallo Ingo,

Hallo Ingo,

der Hofname "Gut am Fröhlen" geht wohl mit sehr wahrscheinlich auf eine Ortsbezeichnung zurück. Allerdings – wenn das Ihre Frage sein sollte – ist es wiederum zweifelhaft anzunehmen, dass der genannte Hofname zum Vorbild eines nach ihm benannten Nachnamens werden konnte.

In der Quelle die Sie in Ihrer Antwort verlinkt haben wird erwähnt, dass das besagte Gut 1671 nachweislich schriftlich erwähnt wird. Um für die Bildung von neuen Nachnamen in Frage zu kommen, müsste dieses Gut allerdings sehr viel älter sein. Die Bildung neuer Nachnamen – zumindest in unseren geografischen Breiten – war mit Ende des 13 Jahrhundert beendet. Ab diesem Zeitpunkt besaß spätestens jede Person schon von seiner Geburt an ihren Nachnamen. Es gab also keinen Grund mehr, eine Person des 17. Jahrhunderts nach dem Ort, wo sie lebte zu benennen, denn sie hatte bereits einen Nachnamen - typischerweise den von seinem Vater geerbten Nachnamen.

>> In den alten Büchern wird "Fröhlen" häufig für "Fräulein" benutzt. Ich vermute, dass dies auch schlicht die Lösung sein kann.

Hierbei muss ich Ihnen leider widersprechen. Das neuhochdeutsche Wort „Fräulein“ ist ein historisch gesehen viel zu junges Wort. Es entstand notwendiger Weise, als sich die alte Bezeichnung mittelhochdeutsch „frouwe“ für die adlige verheiratete Frau in eine standesunabhängige Geschlechterbezeichnung („Frau“) wandelte. Diese Stelle nahm zum Teil „Fräulein“ ein, als Bezeichnung für die „Fürstentochter“. Zu diesem Zeitpunkt war die oben bereits erwähnte Entwicklung unserer Nachnamen längst abgeschlossen und es kamen auch keine neuen mehr hinzu.

Seit dieser Zeit hat sich die Bedeutung für Fräulein wiederum mehrfach geändert, teils geografisch und politisch abhängig.

Schöne Grüße
Steven

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