VN: Bogumil bzw. Gotthold

Wie ist der Nachname in Deutschland verteilt?

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Die meisten Bogumils findet man in/ im Kreisfreie Stadt Hamburg (HH), nämlich genau 20 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Bördekreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1. (Beachten Sie, dass Metropolen diese Lokalisierung verfälschen können)

Die meisten Gottholds findet man in/ im Landkreis Lüneburg (NI), nämlich genau 7 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Kreisfreie Stadt Bremen, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1. (Beachten Sie, dass Metropolen diese Lokalisierung verfälschen können)

Die meisten Gottliebs findet man in/ im Main-Kinzig-Kreis (HE), nämlich genau 35 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Alb-Donau-Kreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1. (Beachten Sie, dass Metropolen diese Lokalisierung verfälschen können)

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Pittiplatsch
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VN: Bogumil bzw. Gotthold

Hallo Forscher,

ich bitte herzlichst um Aussage zu dem Vornamen Bogumil=sorbisch bzw.Gotthold=deutsche Schreibweise hinsichtlich Herkunft und Bedeutung des Namens.

Mit lieben Grüßen aus der O.L.

Pitti

Steven
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Moderator
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Bogumil + Gotthold, Gottlieb

Hallo Pitti,

der slawische bzw. russische Vorname Bogumil entspricht meinen Recherchen nach inhaltlich übersetzt mehr dem deutschen „Gottlieb“:

  • Bogumil = altslawisch „bog“ (Gott) + „milyi“ (lieb, teuer) => „der von Gott Geliebte“.

Allerdings muss man hier aber auch erwähnen, dass Bogumil ein sehr viel älterer Name ist als Gottlieb oder der von dir genannte Gotthold. Ein Bogumil von Gnesen beispielsweise findet sich bereits im frühen 11 Jahrhundert. Die Namen Gottlieb / -hold dagegen entstanden erst im 17. / 18. Jahrhundert und sind daher als eher „modern“ anzusehen.

Gottlieb und Gotthold entstanden teils als völlige Neuschöpfungen oder auch aus anderen alten deutschen Rufnamen, bzw. wie bei Gottlieb als Übersetzung aus griechischen Rufnamen (Amadeus, Theophil). „Schuld“ daran hat die pietistische Bewegung, die bereits bestehende Rufnamen für sich umdeutete und ihnen somit eine neue christliche Frömmigkeit verliehen. So geht z.B. Gotthold auf den alten deutschen Rufnamen „Gottolt“ zurück, heute besser bekannt als Gottwalt. Der Name setzt sich zusammen aus den althochdeutschen Namenswörtern „got“ (Gott) + „walt“ (walten, herrschen). Die Endung „-walt“ wurde in der oben genannten Zeit zum damals populären Adjektiv „hold“ (angenehm, gefällig sein) umgedeutet.

Ähnlich entstand auch Gottlieb, wenn nicht gleich als Rufname völlig neu geschaffen, geht er zurück auf den alten deutschen Namen „Goteleib“ – althochdeutsch „got“ (Gott) + „leiba“ (Nachkomme, Sohn). Hier deutete man die Endung „-leib“ in „lieb“ um, ebenfalls aus dem Grund, dem Namen eine Bedeutung zu verleihen, die mehr dem damaligen christlich geprägten Empfinden entsprach.

Viele Grüße
Steven

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