Was bedeutet meine Nachname Semder?

Wie ist der Nachname in Deutschland verteilt?

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Die meisten Semders findet man in/ im Landkreis Region Hannover (NI), nämlich genau 8 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Bodenseekreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Senders findet man in/ im Landkreis Recklinghausen (NW), nämlich genau 48 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Bodenseekreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

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Gast
Was bedeutet meine Nachname Semder?

Hallo :)

Eine wirklich sehr interessante Seite. Auch ich würde mich freuen wenn mir bei der Bedeutung meines Nachnamens geholfen werden könnte, selber finde ich leider nichts dazu.

Mein Nachname lautet Semder.

Viele Grüße :)
Sabine

Steven
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Zuletzt online: vor 2 Tage 16 Stunden
Moderator
Beigetreten: 01.03.2012 - 22:54
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Verschiedenes möglich ...

Hallo Sabine,

bei der Deutung deines Nachnamens können wir dir sicher weiterhelfen, wenn auch das Ergebnis nicht wirklich eindeutig ist. :-)

Es gibt einen Ort namens „Semd“,  der heute Stadtteil von Groß-Umstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen am Nordrand des Odenwaldes ist, mit aktuell etwa 1.800 Einwohnern. Zusammen mit der Endung „-er“ gibt uns der gesuchte Name den Hinweis, dass es sich bei ihm um einen Herkunftsnamen handelt, der sich zudem auf eine männliche Person bezieht: Semder – der Mann aus dem Ort Semd.

Einer deiner frühen Vorfahren, wird in der für die Nachnamensverteilung entscheidenden Zeit des Mittelalters, also 1200 – 1400 n. Chr. aus seinem Heimatort Semd, damals vermutlich nur ein sehr kleiner Ort oder ein Dorf, weggezogen sein. Er ließ sich daraufhin in einem anderen Ort nieder und da er zu der Zeit noch keinen Nachnamen trug, wurde ihm in dem neuen Ort nun der Name aufgrund seiner Herkunft gegeben. Bei dem neuen Ort wird es sich vielleicht um eine Stadt gehandelt haben, in der die Vergabe von Nachnamen weit vorangeschritten war und so hat man deinen Vorfahren vermutlich schon bei seiner Ankunft in dem Ort den neuen Nachnamen gegeben.

Allerdings kann der Name Semder auch noch eine ganz andere Bedeutung haben und zwar, wenn man beachtet, dass es einen sehr ähnlich klingenden und etwas stärker verbreiteten Namen gibt, nämlich den Nachnamen „Sender“:

Wenn man die Verteilung der heute lebenden Personen in Deutschland, mit den Namen Semder / Sender miteinader vergleicht, stellt man fest, dass es da auffällige Überschneidungen gibt. So sind z.B. beide Namen besonders stark in Raum Hannover (und weit drumherum) und in Berlin vertreten. Der Nachname Sender leitet sich ab, von dem Ort Sende, der heute ein Ortsteil von Verl und ein Stadtteil von Schloss Holte-Stukenbrock im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist. Damit liegt die Herkunft dieses Namens ziemlich dich bei Hannover, mitten in dem heutigen Verteilungsraum des Namens Sender. Für Herkunftsnamen ist die regionale Nähe zum Ursprungsort typisch, wenn auch nicht zwingend. Interessanter Weise, verhält sich das bei dem Namen Semder aber anders, dort liegt der Ort Semd sehr viel südlicher von seinem Ballungsraum. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass beide Namen in einigen Fällen miteinader verwechselt wurden, also speziell aus Sender – Semder wurde. Das kann bei der im Mittelalter üblichen mündlicher Weitergabe von Nachname durchaus geschehen sein.

Bleiben wir auf der Spur, dass Semder sich ursprünglich aus Sender ableitete oder zumindest einige Namensfälle, dann muss man auch erwähnen, dass es für Sender noch eine Deutung als Berufsnamen gibt. Nämlich abgeleitet von mittelhochdeutsch „sende“ für „schicken, senden“ oder „sender“ für denjenigen, der etwas „sendet“, kann es sich bei dem ersten Namensträger auch um einen Fuhrunternehmer gehandelt haben.

Und noch eine weiter Spur gibt es, diesmal aber direkt für den Namen Semder, also ohne dem Umweg über Sender: im Mittelhoch- wie auch Mittelniederdeutschen bezeichnete die „SemdeRiedgras, Binse oder auch Schilfrohr. In Anlehnung daran, kann der Name Semder auch einem Mann gegeben worden sein, der in seinem Wohnort in unmittelbarer Nähe zu einer auffallend großen Ansammlung von „semde“ lebte. Dies wäre dann ein typischer Falle für einen Wohnstättennamen.

Du siehst, liebe Sabine, die Deutung deinen Namens fällt nicht gerade eindeutig, wenn auch die einzelnen Spuren durchaus belegt sind. Mehr Klarheit kannst du dir zur Bedeutung deines Namens verschaffen, wenn du zurückverfolgst, woher deine Familie genau stammte oder auch, ob sich die Schreibweise des Namens irgendwann geändert hat, was auch hin und wieder vorkommen kann.

Soweit von mir dazu.

Viele Grüße
Steven

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