Was bedeutet der Nachname Krayl?

Wie ist der Nachname in Deutschland verteilt?

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Die meisten Krayls findet man in/ im Landkreis Ludwigsburg (BW), nämlich genau 7 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Enzkreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Kreuels findet man in/ im Landkreis Düren (NW), nämlich genau 11 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Kreisfreie Stadt Köln, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

Die meisten Grauls findet man in/ im Kreisfreie Stadt Berlin (BE), nämlich genau 65 Telefonanschlüsse. Etwas länger suchen muss man dagegen in/ im Bodenseekreis, hier wohnen die wenigsten: gerade einmal 1.

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Gast
Was bedeutet der Nachname Krayl?

Hallo,

ich würde gerne wissen was der Nachname 'Krayl' bedeutet. 

Ich habe schon mehrfach geschaut und gegooglet aber nichts zu diesem Namen gefunden. Soweit ich weiß, soll er deutsch sein, was ich aber nicht ganz glaube.

Vielen Dank im Voraus,
freue mich über eine Aufklärung :-)
Corinna

Steven
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Zuletzt online: vor 2 Tage 16 Stunden
Moderator
Beigetreten: 01.03.2012 - 22:54
Beiträge: 904
von den Namen Kreuel oder Graul

Hallo Corinna,

was ihnen zur Herkunft ihres Namens erzählt wurde, stimmt durchaus, auch wenn das ihnen vielleicht durch seine eigentümliche Form etwas abwegig erscheinen mag.

Denn bei dem Nachnamen Krayl hat es sich um eine entrundete Form des Namens „Kreu(e)l“. „Entrundet“ bezieht sich hier auf die Form der Lippen, die sich bildete, wenn der Name ausgesprochen wird. Bei der Form mit „e“ ihres Namens, runden sich die Lippen; bei der Form mit „a“ hingegen werden sie weit auseinander gezogen – diese Entwicklung, weg von „rund“, bezeichnet man in der Namensforschung als „Entrunden“.

Für den ihren Namen zugrunde liegenden Kreu(e)l gibt es drei Bedeutungen:

In den meisten Fällen leitet sich der Name ab, vom mittelhochdeutschen Verb „krellen“ („kratzen“), bzw. von dessen verwandten Hauptwort „kröu(we)l, krewel, kriul, kreul“, womit gemeint ist eine „Kräuel“, Gabel mit hakenförmigen Spitzen, also auch  Klaue, Kralle. In diesen Fällen handelt es sich um einen Berufsübernamen, der sich darauf bezieht, dass der erste Namensträger solche Werkzeug herstellte, verkaufte.

Gleichwohl kann der gesuchte Name aber auch auf die, in einem verwandten Kontext zu obiger Bedeutung stehenden und ebenfalls mittelhochdeutschen Wörter „grel(le)“ (das Krallende, Stechende; Dorn, Gabel, Spieß) oder „grel“ (rauh, grell, zornig) zurückgehen. Bei dieser Herleitung des Namens haben wir es mit einem Übernamen zu tun, der uns Hinweise zum Charakter des ersten Namensträgers verrät. Denn dann wird es sich bei ihm sehr wahrscheinlich um einen Menschen gehandelt haben, der als sehr unfreundlich, unbequem, gereizt und streitsüchtig von seinen Mitmenschen wahrgenommen wurde.

Die dritte Bedeutung des Namens, die allerdings seltener als die beiden obigen in Frage kommt, führt uns zum Namen „Graul“. (Durch eine verhärtet klingende Aussprache kann sich ein ursprünglicher g-Laut auch zu einem k-Laut wandeln.)

Bei Graul nun handelt es sich um einen Übernamen, der auf das mittelhochdeutsche Wort „griuwel“ oder mittelniederdeutsch „grüwel“ zurückgeht. Beide Begriffe standen für „Grauen, Furcht, Schrecken einflößen“. Der Name wurde ursprünglich einer Person gegeben, die als Furcht einflößend wahrgenommen wurde, passend zur Bedeutung der zugrunde liegenden Begriffe.

Viele Grüße
Steven

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